Wenn Autohersteller Pressetage für Hinz und Kunz zugänglich machen

Wie die Branche Motorjournalisten überflüssig macht

Screenshot von Facebook

“ SEAT bringt dich auf die große Bühne: Bei der Weltpremiere des neuen SEAT Leon X-PERIENCE auf dem Pariser Autosalon kannst du in der ersten Reihe stehen. Am Pressetag lernst du unser neuestes Modell kennen, noch bevor es den Besuchern präsentiert wird.
Schreibe über das Geschehen bei der Messe. Sei mit deiner Begleitperson ganz nah dran und teile der Welt alle deine Eindrücke mit. Über 100.000 Menschen auf der SEAT Facebookseite freuen sich auf deine Berichterstattung.“
Screenshot von Facebook

„Erlebe die Weltpremiere des neuen SEAT Leon X-PERIENCE und sei einer der Ersten, die darüber berichten!“

So lockt ein Automobilimporteur Autofans auf seinen Fan-Seiten bei Facebook und Twitter, als „VIP-Gast“ die Automobilmesse in Paris zu besuchen. Dafür übernimmt der Importeur die Kosten – und gibt Eintrittskarten für die Pressetage aus. Das läuft dann unter Kundenbindung, erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei den Anbietern – und es ist beileibe kein neues Phänomen: Solche Aktionen finden auf einer Automobilmesse nicht zum ersten Mal statt.

Wie schon in Frankfurt auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) im letzten Jahr sollen auch bei der Mondial de l’Automobile in Paris, der in diesem Jahr bedeutendsten Automobilausstellung, schon die Pressetage zu Marketing- und Werbezwecken beim Endverbraucher genutzt werden. Auch die Auto Mobil International (AMI) in Leipzig und die Essen Motor-Show blieben von solchen Marketing-Aktionen nicht verschont: Aussteller verschaffen wie auch immer „privilegierten“ Privatpersonen Zugang an Tagen, die den Journalisten zum Arbeiten vorbehalten sein sollten. Journalistische Berichterstattung scheint da immer weniger gefragt, wenn man Laien und Autofans so ködert. Das gilt übrigens mehr und mehr auch für die Präsentationen der Autohersteller und Importeure auf den Messen, denen die Show immer wichtiger wird und ordentliche Informationen für die Presse immer unwichtiger: „Wir haben keine Pressemappen (mehr). Bitte laden Sie sich die Presseinformationen samt Fotos aus unserer Pressedatenbank.“ Da kann man sich die Anreise zu den Pressetagen der Automobilmessen glatt schenken. Professioneller Motorjournalismus bleibt so jedenfalls auf der Strecke!

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Screenshot: Facebook

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Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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